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GründungsurkundeZur "Gründungsurkunde" hat Sportfreund Jürgen Ellerkamm folgenden geschichtlichen Abriss geschrieben:

Vor 25 Jahren, genau am 2. Dezember 1983, trafen sich 18 laufende Individualisten im Speisesaal des VEB "Format" am Jungfernstieg 24 und gründeten die Frankenhäuser Laufgruppe. Schon seit den 50er-Jahren waren Dr. Harald Strauch, Konrad Reinecke, Robert Wohlgemuth, Manfred Hoffmann, Werner Thelemann, Gerhard Weide, Dr. Reinhard Puschmann, Achim Mülverstedt, Peter Heller und anderswo Jürgen Ellerkamm, Peter Rößner und andere laufend unterwegs im Kyffhäuserwald. Da wurden manchmal zwischen Frühstück und Gänsebraten aus der Laune heraus eine 30 Kilometer-Runde absolviert. Mit der Gründung der Laufgruppe wollten die Läufer etwas Gemeinsamkeit haben, gemeinsam laufen und auch die Kommunikation pflegen. Weltanschauung, Beruf und Herkunft spielten dabei keine Rolle. Ein jeder war akzeptiert. Organisatorisch war die Laufgruppe der Sektion Leichtathletik der VSG 70 angeschlossen. Sektionsleiter war damals Horst Jacob, ein gestandener Sportlehrer. Es wurde beschlossen, auch einen Lauftreff einzurichten und zwar ab 1. Januar 1984 am Stadtpark. Das Schild steht immer noch und weist darauf hin, dass Treffzeit sonntags 9 Uhr ist. Es folgten die Organisation von Bahnläufen im Frühjahr und Herbst im Wipperstadion, sowie des Kulpenberg-Berglaufes und die umfassende Unterstützung bei Vorbereitung und Durchführung der Kyffhäuser-Bergläufe. Mit dem Kulpenberg-Berglauf und Kyffhäuser-Berglauf war die Laufgruppe auch mehrfach Ausrichter des Thüringen-Cups und der Deutschen Seniorenmeisterschaft im Berglauf. Mit dem Frankenhäuser Silvesterlauf wird das Laufjahr würdig abgeschlossen.

1990 schloss sich die Frankenhäuser Laufgruppe dem SV Kyffhäuser e.V. an, wo die Laufaktivitäten besonders gepflegt werden. Ein weiterer Lauftreff wurde ab 1994 dienstags 17.45 Uhr im Wipperstadion eingerichtet. Inzwischen sind es 44 Mitglieder, die aus dem Einzugsgebiet Artern, Bad Frankenhausen und Sondershausen kommen. Anfangs war es eine Männergruppe, bis auch ein paar Ehefrauen mitmachten und in den 90er-Jahren auch einige Jugendliche hinzu kamen.

Aus der Laufgruppe gingen Sportler wie Nils Schumann, Markus Schneider, Cedric Thieme und andere hervor. Ihr erster "Chef" wurde Dr. Reinhard Puschmann, Org.-Chef Jürgen Ellerkamm. Günter Speer war Kassierer. Später waren es Erik Fessel und Lutz Behrend, Peter Schumann, Klaus-Dieter Ende, Jörg Ehrenberg und Lutz Dildey, die Verantwortung übernahmen. Ehe überhaupt an die Gründung einer Laufgruppe gedacht wurde, nahmen schon viele Läufer am Rennsteiglauf über 45 oder 75 Kilometer teil, meisterten beim Kyffhäuser-Berglauf die 38 Kilometer, den Harzgebirgs- und andere Geländeläufe. Dazu kamen die schnellen Straßenläufe, wie der Harzlauf in Thale, der Richard-Sorge-Gedenklauf in Sangerhausen oder der Weißenfelser Straßenlauf. Inzwischen haben einige Sportler der Frankenhäuser Laufgruppe schon 20 oder gar über 30 Rennsteigläufe in den Beinen. Beim Stundenlauf ist es das erstrebenswerte Ziel, mehr als 15 000 Meter zu erreichen - der Gradmesser dafür, einen Marathon ordentlich absolvieren zu können. Das heißt, deutlich unter drei Stunden zu bleiben.

Mit der damaligen Gründung der Laufgruppe und der Eingliederung in die VSG 70 waren finanzielle Vorteile verbunden. Fahrtkosten und Startgebühren wurden zurückerstattet. Das Geld kam aus dem Kultur- und Sozialfonds der Betriebe. Durch das regelmäßige Training entwickelte sich ja auch ein gesundheitsfördernder Effekt, der bis heute sehr nachhaltig wirkt. Herz- bzw. Kreislaufbeschwerden gibt es bei den Läufern nicht.

Heute finanzieren die Sportfreunde den größten Teil der Laufaktivitäten aus der eigenen Tasche. Überhaupt änderte sich mit der Wende für die Läufer viel: Jeder hatte nun Westgeld. Man konnte reisen, wohin man wollte. Laufbekleidung und Schuhe waren kein Thema mehr. Starts in Deutschland, in Österreich, der Schweiz und in New York wurden Normalität. Selbst das Lauf-Angebot im Kyffhäuserkreis ist inzwischen so umfangreich, dass es für manchen kaum zu schaffen ist.

Bei den einmaligen Unter-Tage-Läufen in Sondershausen ist die Frankenhäuser Laufgruppe seit elf Jahren präsent. Großen Anteil hat sie am Überleben des Kyffhäuser Berglaufes - und gegenüber diesem einen Vorteil: In der Laufgruppe hat sich der notwendige Generationswechsel vollzogen. Die Mitgliederversammlung vom 27. November 2008 hat Mike Barthel den Staffelstab als "Chef Laufgruppe" übergeben. Vielfältige Aktivitäten, Extremläufe in der Schweiz, in Österreich oder der Thüringen-Ultra, Familienwanderungen, Radtouren, sogar Eisbaden und anderes runden das Vereinsleben ab.

Im Lauf der 25 Jahre sind Sportfreundinnen und -freunde verstorben: Kurt Schinkmann, Artur Barth, Dieter Sack, Ernst Lorenz, Henrik Wondra, Ernst Mansel, Charlotte Ellerkamm, Klaus-Dieter Ende, Harald Hitz, Martina Behrend, Harald Fiebig.

Aber die Zeit geht weiter: Was die Läufer auszeichnet, ist die Lust am Laufen, sich zu bewegen. Trainings- und Wettkampfumfänge im Jahre bis zu 3000 Kilometern werden absolviert. 30 Wettkämpfe im Jahr sind fast "Standard".

Wer es aber übertreibt, wird irgendwann zurückgepfiffen, wenn es schmerzt.

Aber dann hat man bestimmt etwas falsch gemacht.

Jürgen Ellerkamm